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Grasmilben - die rätselhaften Plagegeister

Liebe 4PfotenBio.de-Freunde,

Sonne satt – der Sommer kommt in großen Schritten und damit startet die schönste Zeit des Jahres.

Jetzt gehen wir auch mit unseren Fellnasen wieder raus in die Natur, Spaziergänge werden länger und wir geniesen endlich wieder blühende Felder und Wiesen.

Jetzt ist aber auch die Zeit der Milben, vor allem der Grasmilben, die den Aufenthalt im Grünen trüben können.

Denkt also bei all den Aktivitäten auch an einen entsprechenden Schutz. In unserem Shop findet Ihr einige natürliche Mittel, um Euren treuen Begleiter entsprechend zu schützen.

 

Grasmilben

Grasmilben (oder auch Herbstmilben; Neotrombicula autumnalis) sind in Europa weit verbreitet und häufige Parasiten für Mensch und Tier. Die Larven der Grasmilben ernähren sich von Hautpartikeln ihrer Wirte und verursachen bei ihnen länger anhaltende, stark juckende Quaddeln und Hautrötungen, die auch als Erntekrätze oder Trombidiose bekannt sind.

Grasmilben werden von Biologen zu der Familie der Laufmilben (Trombiculidae) innerhalb der Klasse der Spinnentiere (Arachnida) gezählt. Für die kleinen Parasiten gibt es einige Synonyme (Herbstmilben, Heumilben, Grasläuse, etc.), die aber alle ein und dieselbe Art umschreiben: Die in Europa am weitesten verbreitete Laufmilben-Art Neotrombicula autumnalis.  

Die ausgewachsene Grasmilbe ist in etwa 2 mm groß, stark rot gefärbt und besitzt acht kurze, mit Borsten versehene Beine. Der Körper ist relativ breit und dicht beborstet.

Sie selber sind jedoch keine Gefahr für Mensch und Tier, sondern ihre Larven. Grasmilbenlarven sind blassgelb bis orangerot gefärbt, werden lediglich 0,2 bis 0,3 mm groß und sind damit mit dem bloßen Auge schwer erkennbar. Sie besitzen kräftige Kieferklauen (so genannte Cheliceren) mit deren Hilfe sie Wunden in die obersten Hautschichten ihrer Wirte beißen können.

Die geographische Verbreitung der Grasmilben reicht von Westeuropa bis Ostasien. In Mitteleuropa sind sie herdartig in weiten Bereichen zu finden und treten vor allem in den Sommermonaten von Juli bis Ende Oktober auf. Aufgrund der immer früher einsetzenden Hitze können Grasmilben allerdings bereits im Mai und Juni auftreten. In Deutschland sind die Milben vor allem im Rhein-Main-Gebiet, in Baden-Württemberg sowie im Großraum München verbreitet.

Grasmilben bevorzugen niedrige Vegetation und sind deshalb oft in Grünanlagen sowie auf Waldwiesen zu finden. Seit einiger Zeit finden sich aber auch Berichte über Grasmilben im heimischen Garten.

  

Wie kommt die Grasmilbe auf den Wirt

Die ausgewachsenen Grasmilben leben im Winter unterirdisch in Bodentiefen bis zu einem Meter und können dort ohne Probleme Kälte und Frost überstehen. Sobald die Temperaturen im Frühjahr steigen, werden die Spinnentiere wieder aktiver, begeben sich an die Erdoberfläche und paaren sich. Die Eiablage erfolgt am Boden in Pflanzennähe. Nach etwa vier Wochen (in Deutschland meist ab Anfang Juli) schlüpfen aus den Eiern die sehr kleinen Milbenlarven. Bei sonnigem und warmem Wetter im Sommer wandern die Grasmilbenlarven dann an die oberen Spitzen von Grashalmen oder Moospolstern in Höhen von etwa 5 bis 20 cm. Dort können sie stundenlang ausharren und auf potentielle Wirte, vorwiegend Säugetiere, warten. Bei Berührung mit Mensch oder Tier lassen sich die Larven von diesen abstreifen. Sind die Parasiten erstmal auf der Haut ihrer Wirte angekommen, suchen sie in der Regel dünnhäutige und feuchte Bereiche auf. Mit ihren starken und groß ausgeprägten Mundwerkzeugen bohren sie sich in die obersten Hautschichten ihrer Wirte und entlassen einen zellauflösenden Speichel in die Wunden, so dass sie sich dann von diesem Gemisch aus Speichel und Zellsaft ernähren können. Beim Menschen und bei den meisten Haustieren gelangen die Grasmilbenlarven dabei aber nicht bis zu den Blut- oder Lymphgefäßen, sondern beschädigen lediglich die obersten Hautschichten. Die Larven saugen sich solange voll bis sie etwa ihre doppelte Größe erreicht haben (dies kann schon in wenigen Stunden passieren), dann lassen sie sich satt von der Haut wieder auf den Boden fallen.  Sobald die Temperaturen im Herbst wieder unter 10 °C sinken, werden die Grasmilben inaktiver und suchen sich tiefere Stellen im Erdreich, wo sie wieder auf den Frühling warten.

 

Symptome nach Grasmilbe-Befall

Die Larven der Grasmilben lösen bei Mensch und Tier die Erntekrätze (auch Heukrätze genannt) aus. Erste Symptome treten in der Regel erst wenige bis maximal 24 Stunden nach dem Abfallen der Milbenlarven auf. So kommt es an den Einstichstellen auf der Haut zu sehr heftigem brennendem Juckreiz in Verbindung mit Hautrötungen und Quaddelbildung, für die der Speichel der Larven verantwortlich ist.

Oftmals entstehen an den Einstichstellen zunächst kleine, rote Knötchen. Mit der Lupe kann man eventuell noch eine verbleibende Grasmilbenlarve als zentralen, roten Punkt inmitten der Knötchen ausmachen. Im weiteren Verlauf schwillen diese Knötchen an und bilden Bläschen. Das Aufkratzen dieser kann zu einer weiteren Entzündung und Infektion führen. Die Beschwerden können bis zu 14 Tage anhalten.

Bei Haustieren zeigen sich die Symptome der Einstiche zumeist an den Pfoten, am Hals, an den Ohren und an der Schwanzwurzel.

Grasmilben in Europa übertragen keine Krankheiten und führen neben den aufgeführten Symptomen zu keinen ernsthaften Komplikationen beim Wirt. Sie sind vielmehr als lästig einzustufen, können allerdings für so manchen naturbegeisterten HUndeführer zur Plage werden.

 

Euer 4PfotenBio-Team

Tags: Grasmilben

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